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Ener­gie­wirt­schaft Spit­zen­reiter bei CO₂-Ein­­s­pa­­rungen in Deutschland

15.06.2018 All­ge­mein

Kli­ma­schutz­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zeigt Nach­hol­be­darf der Sek­toren Ver­kehr und Land­wirt­schaft / Ener­gie­branche inves­tiert in Digi­ta­li­sie­rung, Erneu­er­bare Ener­gien und dezen­trale Stromerzeugung

„Die Ener­gie­branche hat in den letzten Jahren einen rasanten Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess voll­zogen und massiv in Erneu­er­bare Ener­gien, Digi­ta­li­sie­rung und dezen­trale Strom­erzeu­gung inves­tiert. Dieses hohe Tempo zahlt sich jetzt aus: Die Ener­gie­wirt­schaft ist klar auf der Ziel­ge­raden für die Kli­ma­ziele 2020 und erreicht nach Pro­gnosen der Bun­des­re­gie­rung knapp 40 Pro­zent CO₂-Min­­de­­rung gegen­über 1990. Reflex­artig die Ver­säum­nisse anderer Sek­toren bei der Ener­gie­wirt­schaft abzu­laden, ist aber nicht akzep­tabel. Die Unter­nehmen der Ener­gie­wirt­schaft stehen für eine sichere Strom­ver­sor­gung und erfüllen dabei die Kli­ma­ziele 2020. Wir wollen dies auch für 2030 schaffen“, sagte die neu gewählte Prä­si­dentin des BDEW, Marie-Luise Wolff, zum Auf­takt des BDEW-Kon­­gresses 2018 in Berlin.

Mit Blick auf die Struk­tur­kom­mis­sion „Wachstum, Beschäf­ti­gung und Struk­tur­wandel“ betonte Wolff: „Die Haupt­wäh­rung der Ener­gie­wende ist die Reduk­tion von Koh­len­di­oxid. Ein Aus­stiegs­datum für die Koh­le­ver­stro­mung zu ermit­teln, wird die Auf­gabe der Struk­tur­kom­mis­sion sein — unter den Prä­missen Ver­sor­gungs­si­cher­heit, Bezahl­bar­keit und Kli­ma­schutz. Jede von der Struk­tur­kom­mis­sion gefun­dene Lösung hierzu muss die ener­gie­wirt­schaft­li­chen Not­wen­dig­keiten sowie die dann in ein Gesetz gegos­senen Kli­ma­schutz­ziele erfüllen. Und natür­lich dürfen dabei die Eigen­tums­rechte betrof­fener Unter­nehmen nicht ver­letzt werden.“

Der heute vom Bun­des­ka­bi­nett ver­ab­schie­dete Kli­ma­schutz­be­richt für das Jahr 2017 doku­men­tiere die füh­rende Rolle der Ener­gie­branche beim Kli­ma­schutz auf ein­drucks­volle Weise, betonte Stefan Kap­ferer, Vor­sit­zender der BDEW-Haupt­­ge­­schäfts­­­füh­­rung, in seiner Kon­­gress-Rede: „Der Bericht attes­tiert der Ener­gie­wirt­schaft den mit Abstand größten Anteil an den zwi­schen 1990 und dem Pro­gno­se­jahr 2020 erreichten gesamten Emis­si­ons­min­de­rungen. Dieser gewal­tige Erfolg war und ist zugleich auch ein gewal­tiger Kraftakt unserer Branche. Wir kon­zen­trieren uns jetzt auf 2030. Das ist anspruchs­voll genug.“

Dem­ge­gen­über zeige der Kli­ma­schutz­be­richt auch, dass der Ver­kehrs­sektor seit 1990 gerade einmal fünf bis sechs Mil­lionen Tonnen Koh­len­di­oxid weniger aus­stößt. „Das ist eine kläg­liche Zwi­schen­bi­lanz. Der Ver­kehr muss jetzt end­lich auch lie­fern, statt nur in Abwehr­hal­tung zu ver­harren.“ Die Emis­si­ons­ent­wick­lung im Ver­kehrs­be­reich sei besorg­nis­er­re­gend. Beständig würden Effi­zi­enz­ge­winne durch gestie­gene Fahr­leis­tungen auf­ge­fressen. Ohne einen signi­fi­kanten Bei­trag auch dieses Sek­tors seien die Kli­ma­ziele nicht zu schaffen. „Die Mut­lo­sig­keit der Bun­des­re­gie­rung bei der Ver­kehrs­po­litik muss ein Ende haben“, so Kap­ferer. „Wir als Ener­gie­wirt­schaft sind ein zen­traler Treiber, um eine Ener­gie­wende im Ver­kehrs­be­reich vor­an­zu­treiben. Doch die Politik muss dafür die geeig­neten Rah­men­be­din­gungen setzen. Bis­he­rige Maß­nahmen wie die Kauf­prämie für Elek­tro­autos haben kei­nerlei Wir­kung erzielt.“

Kap­ferer nahm zudem den rapiden Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess der Ener­gie­branche in den Blick: „Geschwin­dig­keit wird immer mehr zum Grund­ge­fühl der Branche. Die Unter­nehmen wollen die neue Ener­gie­welt gestalten, sie wollen mehr in Erneu­er­bare Ener­gien inves­tieren, sie wollen zum Bei­spiel auch die umwelt­scho­nende Kraft-Wärme-Kop­p­­lung aus­bauen, sie wollen Lösungen für die in Zukunft drin­gend not­wen­digen neuen Ener­gie­spei­cher und Fle­xi­bi­li­täts­er­for­der­nisse anbieten. Und das sind ja alles Punkte, die auf die Ener­gie­wende ein­zahlen. Nur: Dann muss die Politik die Unter­nehmen auch machen lassen. Statt­dessen erleben wir an vielen Stellen, dass die Politik eher hemmt statt ermög­licht. Ein Bei­spiel ist die unsin­nige Dop­pel­be­las­tung von Ener­gie­spei­chern bei den Netz­ent­gelten, ein anderes die lange Phase der Pla­nungs­un­si­cher­heit bei der KWK. Und beim Netz­ausbau ist die Politik auch auf Lan­des­ebene oft­mals kein Ruhmesblatt.“

Bisher nicht geklärt sei zudem, wie ein Back-up für die schwan­kende Ein­spei­sung aus Erneu­er­baren Ener­gien aus­sehen soll, wenn wei­tere Koh­le­kraft­werke vom Netz genommen werden. „Der Energy-Only-Markt setzt jeden­falls nicht die ent­spre­chenden Inves­ti­ti­ons­an­reize für Gaskapazitäten.“

Auf dem BDEW Kon­gress 2018 in der STA­­TION-Berlin dis­ku­tieren rund 120 Redner mit über 1.600 Geschäfts­füh­rern und Ent­schei­dern über die anste­henden Ver­än­de­rungs­pro­zesse und die aktu­ellen Fragen der Ener­gie­po­litik. Zu den pro­mi­nenten Red­nern zählen in diesem Jahr u. a. Bun­des­wirt­schafts­mi­nister Peter Alt­maier, Bun­des­um­welt­mi­nis­terin Svenja Schulze, Bun­des­ver­kehrs­mi­nister Andreas Scheuer, Jochen Homann, Prä­si­dent der Bun­des­netz­agentur, zahl­reiche Top-Redner aus der Ener­gie­wirt­schaft sowie Ver­treter aus der Woh­­nungs- und Automobilwirtschaft.

Quelle: BDEW